Dass es ein Straßenverkehrsunfallstatistikgesetz gibt wusste ich bis vor kurzem nicht einmal.
Dann erfuhr ich davon und auch davon, dass wegen dieses Gesetz viele „Unfälle“ gar nicht erfasst werden. Etwa das Stolpern auf dem Gehweg wegen vernachlässigter Pflege der Infrastruktur. Womit wir dann natürlich sofort bei den Gesundheitskosten wären. Wenn insbesondere ältere Menschen wegen schlechter Fußverkehrsinfrastruktur schneller stolpern, stürzen und sich dabei erheblich verletzten, dann bedeutet dies Gesundheitskosten. Indem man aber diese „Unfäll“ gar nicht erst erfasst verfälscht man Statistiken und kann natürlich auch nicht die Ursachen bekämpfen.
In § 1 des Gesetzes steht:
„Über Unfälle, bei denen infolge des Fahrverkehrs auf öffentlichen Wegen und Plätzen Personen getötet oder verletzt oder Sachschäden verursacht worden sind, wird laufend eine Bundesstatistik geführt. Sie dient dazu, eine aktuelle, umfassende und zuverlässige Datenbasis über Struktur und Entwicklung der Straßenverkehrsunfälle zu erstellen.“
Man betrachtet also nur den Fahrverkehr, wobei viele Schäden an Gehwegen auch auf Fahrverkehr zurückzuführen sind und demnach mitbetrachtet werden müssten.
Ein paar Euro mehr für gute Gehwege können vielleicht Millionen an Gesundheitskosten einsparen.
Aus meiner Sicht ist das vorsätzliches Wegsehen bei Umständen, die zu körperlichen Schäden führen ein weiterer Fall von Staatsversagen im Verkehr. Man schaut einfach nicht hin, um Probleme nicht sehen zu müssen. Dies scheint allgemein das Problem in Deutschland zu sein, dass man aus Bequemlichkeit oder wegen Angst vor Wahlen Probleme nicht angeht, obwohl genau diese Untätigkeit das Problem ist. Denn wenn man Menschen mitnimmt kann man vieles verändern und verbessern. Wenn man aber einfach nur sich selbst bereichern will mit fetten Diäten und netten Anschlussjobs dann will man dafür keine Widerstände überwinden. Derartige Menschen in der Politik sind schlecht für die Demokratie.
