Friedrich-Ebert-Stau – Die falsche Kritik am Umbau

Oliver Alefs von der FDP muss ja ein echter „Verkehrsexperte“ sein, so fundiert, wie er sich zum Thema Friedrich-Alfred-Straße in der NRZ vom 13.02.2017 äußerte.

Ich habe mir das Verkehrsaufkommen vor Ort jetzt mehrfach angesehen und muss sagen, ja es staut sich ab und an, allerdings wird die Verengung daran nichts ändern. Eine Stauursache wird dadurch sogar beseitigt. In Deutschland fällt dies meist nicht so deutlich auf, aber Drängler führen zu Staus. Besonders schön habe ich dies in Indonesien gesehen, wo die kleinen Motorräder regelmäßig Vordrängeln, was den gesamten Verkehr verlangsamt.

Auch Reißverschlussverfahren führt auf deutschen Straßen regelmäßig zu Staus, weil die meisten den flüssigen Ablauf nicht beherrschen.

Auf der Friedrich-Ebert-Straße (FES) sind es nur einzelne Fahrer, welche Drängeln. Am Dienstagnachmittag habe ich mal ein paar Fotos gemacht und dabei auch einen Beinaheunfall durch so einen Drängler gesehen. Solche Beinaheunfälle werden ja von keiner Statistik erfasst, sind aber dennoch ein klares Zeichen für Missstände. Diese riskanten Manöver werden nur durch die zweispurige Form ermöglicht. Das heißt ein Unfall als Stauursache fällt weg.

Wer aber die Zusammenhänge wirklich verstehen will muss sich mal die Bilder genau betrachten. Um kurz nach 16 Uhr am Dienstag staute es sich wirklich schon ein wenig, allerdings einspurig. Auch die Asterlager Straße war voll. Aber dies alles spricht nicht gegen eine Verengung.

Vielmehr liegt das Problem bei den Ampelschaltungen, die nicht auf den flüssigen Verkehrsfluss ausgerichtet sind. Dies wird auch sehr schön in einer UBA-Publikation dargestellt: „Wirkungen von Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen„.

Darin heißt es:

Die Leistungsfähigkeit von innerstädtischen Hauptver-
kehrsstraßen wird maßgeblich von den lichtsignal­
geregelten Knotenpunkten (Ampelkreuzungen)
bestimmt. Sie sind der „Flaschenhals“ einer Straße

Und genau dies ist auf der FES der Fall. Spricht die Stadt bzw. Herr Tum muss sich beim Umbau auch darüber Gedanken machen. Etwa wie das mit den Linksabbiegern Richtung Autobahnauffahrt laufen soll. Hier kommen regelmäßig zu wenige Fahrzeuge durch.

Eine Straße kann nicht alleine betrachtet werden, sondern muss im Gesamtzusammenhang betrachtet werden. Alles andere wäre so absurd, wie der Antrag vom Flughafen Düsseldorf, wo sogenannte „Supergates“ die Realität im Bereich der Terminals nicht betrachten, obwohl ja immer das Gesamtsystem betrachtet werden muss.

Ich würde vermuten, dass es kein Gutachten vom Stauforscher der Uni Duisburg-Essen gab, obwohl sich dies angeboten hätte. Darin wäre dann sicherlich auch die Ampelschaltung als Hauptursache für Staus gefunden worden. Mal abgesehen von den Autofahrern, die unbedingt alleine fahren müssen und deswegen unverhältnismäßig viel Platz beanspruchen. Wobei natürlich auch LKW sehr zu Staus führen, da sie deutlich langsamer anfahren und beschleunigen als ein PKW, was zusätzlich den Verkehr verlangsamt. Um so wichtiger ist die Einhaltung des Fahrverbots.

Gut sichtbar, die ohnehin schon einspurige Fahrweise.
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