Selbstpublizierung

Willst du Autor sein? Heute ist das leichter als mancher denkt.

Neues von der Frankfurter Buchmesse

Neben dem Wirbel der klassischen Verlagen deutlich zu sehen: der Aufbruch in neue Märkte. Der E-Buch-Markt wächst und wächst. Das schöne ist hier, dass wirklich jeder ein Autor sein kann. Dies geht relativ einfach, wenn das Buch bereits fertig geschrieben ist: Dann muss es nur noch auf eine der Seiten eingestellt werden. Dies kann sowohl für den Autor kostenlos als auch gegen Bezahlung geschehen. Je nach persönlichem Ehrgeiz ist hier viel möglich. Das geht übers Text-Lektorat bis hin zu von Profis gestaltetem Cover. Der Selbstverwirklichung sind hier keine Grenzen gesetzt. Und natürlich trägt man die alleinige Verantwortung für den Erfolg, was auch heißt, dass man die Werbung selbst gestalten muss. Nachfolgend werden einige der Plattformen für die Veröffentlichung von Büchern vorgestellt, auf denen sich auch Geld verdienen lässt.

Plattformen

feiyr.com Nach eigener Angabe listet Feiyr das übergebene Buch in 160 Shops, darunter die üblichen Verdächtigen, wie Amazon, iTunes und Kobo. Neben E-Books gehen bei Feiyr auch Hörbücher und Musik. Für die Account-Freischaltung zur Veröffentlichung werden einmalige Kosten von 9,90 Euro fällig. Die Veröffentlichung eines E-Buchs kostet ebenfalls einmalig 4,95. Dafür gibt es 80 Prozent des Nettoverkaufserlöses und der Autor hat ständigen Zugriff auf Geld und Statistiken in den einzelnen Shops.

bookrix.de Auf Bookrix können Bücher veröffentlicht werden. Kostenlos auf der Seite selbst oder auch gegen Bezahlung in 60 Onlineshops, auch hier sind die großen mit dabei. Sowohl die Anmeldung als auch die Veröffentlichung sind kostenlos, dafür gibt es hier nur 70 Prozent des Nettoerlöses, keine Statistiken der einzelnen Shops, sondern nur die Gesamtverkäufe und alle drei Monate eine Auszahlung. Verkaufszahlen gibt es einmal monatlich. Zwangsweise muss der Autor hier einen Autorenvor- und -nachnamen angeben. Ein Künstlername geht nicht. Der Aufbau der Seite führte auch zum Spitznamen Facebookrix.

epubli.de Hinter epubli steht die Holtzbrinck-Gruppe (Handelsblatt und Die Zeit). Sowohl reale Bücher (auf Bestellung) als auch E-Bücher sind im Angebot. Die Konditionen sind intransparent. Für E-Bücher soll das Autorenhonorar bei 60 bis 80 Prozent liegen, für Gedrucktes war keine Prozentangabe zu finden. Allerdings sollte bedacht werden, dass der Druck natürlich auch Geld kostet. Die Empfehlung der Seite, dass man Bücher auf Vorrat legen sollte, kann ich nicht unterstützen, denn hier geht es wahrscheinlich nur darum, Einnahmen für epubli zu generieren. Eine ISBN und die Einstellung in alle Shops kostet 14,95 Euro je E-Buch. Für die Veröffentlichung als gedrucktes Buch wird die gleiche Summe angesetzt.

BoD.de Die Seite ist sofort unsympathisch, da man schon für den Abruf von Informationen JavaScript für Google-Apis im Webbrowser erlauben muss. Zum Druck kann man Bücher kostenfrei einstellen, allerdings wird dies nicht bekannt gemacht. Der Druck selbst ist laut den Angaben auf der Seite erst ab 16 Euro aufwärts zu haben und kann durch verschiedene Zusatzoptionen noch verteuert werden. Laut einem Flyer dagegen beginnt das Angebot bei 19 Euro pro Jahr plus einmalige Einrichtungsgebühr in Höhe von 19 Euro. Fürs E-Buch werden nur 50 Prozent des Netto-Verkaufspreises als Autorenhonorar garantiert.

neobooks.com Bei neobooks können E-Bücher kostenlos und zum Verkauf erstellt werden. Beim Verkauf als E-Buch gibt es hier 70 Prozent für den Schreiber. Im Preis inbegriffen sind die Buchbestellnummer ISBN und die Erfassung im Shop. neobooks ist eine Plattform des Verlags Droemer Knaur, die als zusätzliche Option auch noch die Entdeckung als Autor anbietet. Nach eigener Auskunft sollen es bereits 60 Autoren auf diesem Weg geschafft haben.

Cover und Lektoren

Fürs Lektorieren gibt es auf einigen Seiten eigene Angebote oder man wendet sich zum Beispiel an den Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren (www.vfll.de).

Der Eigendruck Natürlich gibt es nach wie vor die Möglichkeit, das eigene Buch selbst zu drucken, zu lagern, zu vermarkten und Bestellungen vom Buchhandel auszuführen. Mit etwa 2.500 Euro für eine kleine Auflage sowie einer trockenen Garage kann man Selbstverleger werden. Interessant ist das für sehr spezielle Fachthemen.

Fazit

Jeder muss sich selbst entscheiden, welche Lösung die geeignete für die eigenen Vorstellungen ist.

Erläuterungen

Nettoverkaufserlös: Das ist die Summe, die übrig bleibt, nachdem Online-Shops ihren Anteil (Gewinnspanne/Vertriebskosten) bekommen haben. Natürlich abzüglich der Umsatzsteuer.

(Stand November 2013)

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