Die Ikano Bank möchte ziemlich viel Wissen

In letzter Zeit ist das Zinsniveau überaus schlecht, weswegen u.a. Tagesgeldkonten attraktiv werden. Ein Anbieter von ziemlich gut verzinsten Tagesgeldkonten ist die Ikano Bank.

Sieht auch erst einmal ganz gut aus, bis zu dem Zeitpunkt, wo man sich das Formular und den Datenschutz anschaut.

Im Formular wird nämlich neben den üblichen Angaben auch
– Land
– Dort wohne ich seit
– Familienstand
– Geburtsort
– Geburtsland
– Staatsangehörigkeit
– 2. Staatsangehörigkeit
– Telefon Festnetz
– Berufliche Angaben Ich bin
abgefragt. All diese Angaben sind durch ein Sternchen markiert und damit verpflichtend.

Schaut man sich dann mal den Abschnitt über Datenschutz an, findet man nachfolgendes:

Die Ikano Bank verarbeitet und nutzt Deine personenbezogenen Daten zur Prüfung und Abwicklung Deines Vertrages sowie für Zwecke der Werbung oder der Markt- und Meinungsforschung.

Allerdings gibt es nirgends die Möglichkeit die Nutzung für Werbung usw. direkt zu unterbinden. Auch steht nichts darüber drin, dass die Daten nicht weitergegeben würden.

Dies hatte ich auch erst einmal bei der Ikano Bank angefragt, wofür die Daten denn notwendig sind und warum man nicht widersprechen könne.

Per Email wurde mir dann bestätigt, dass keine Daten verkauft würden und diese auch nur für hauseigen Produkte genutzt würden.

Die Angaben wären angeblich alle zur Abwicklung des Antrages benötigt.

Ich wollte daraufhin mal für jeden einzelnen Punkt eine Begründung und habe auf meine Erfahrungen mit anderen Banken verwiesen, die derartig umfangreiche Daten nicht erheben. Dabei verwies ich auf das BDSG, welches ja die Erhebung unnötiger Daten untersagt.

In einer späteren Email wurde mir dann mitgeteilt, dass die Daten auf Grundlage des Geldwäschegesetzes erhoben würden. Dabei wurde das Know-Your-Customer-Prinzip erwähnt. Ich habe mir natürlich mal dieses Gesetz angesehen. In § 4 sind die zwingend notwendigen Angaben aufgeführt.
– Name
– Geburtsort
– Geburtsdatum
– Staatsangehörigkeit
– Anschrift

Einige weitere Angaben sind notwendig für die Abwicklung des Kontos, alles darüber hinausgehende scheint mir eher anderen Zwecken zu dienen. Da es sich zudem um ein Tagesgeldkonto mit Referenzkonto handelt, frage ich mich, wie so etwas zur Geldwäsche genutzt werden könnte. Dies ging nur, wenn Transfers auch von anderen Konten, als dem Referenzkonto zugelassen wären. Dem könnte jede Bank aber einen Riegel vorschieben.

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