GNS Teil 3. – Gefahren

Im dritten Teil geht es um die möglichen Gefahren, die von der GNS in Duisburg ausgehen können. In Abhängigkeit vom Ereignis können Vorfälle durchaus jeden Teil Duisburg betreffen oder sogar darüber hinaus Auswirkungen haben.

Angeblich soll kein Staub nach außen dringen, was natürlich technisch nicht realisierbar ist. Selbst wenn nur wenig Strahlung in Form von Staub nach außen dringt kann radioaktiver Staub höchst gefährlich sein. Dieser kann sich zum Beispiel in der Lunge anlagern und mit der Strahlung direkt aufs Lungengewebe wirken. Ebenso ist bekannt, dass Feinststaub die Bluthirnschranke überwinden kann.

In der südfranzösischen Atomanlage von Marcoule, einem ehemaligen AKW, ist ein Brennofen ist explodiert. Glücklicherweise gab es dort eine Evakuierungszone. Das Gebäude soll standgehalten haben und es sei aus der Centraco-Anlage (betrieben durch EDF-Tochter Socodei) keine Radioaktivität freigesetzt worden. Aber wer kann nach den Tepco-Informationen bei Fukushima einer Firma bei solchen Aussagen trauen. Ob Tepco gelogen hat oder keine Ahnung vom wirklichen Ausmaß hat spielt dabei keine Rolle.
In dem französischen Brennofen werden jedenfalls schwach radioaktive Abfälle verbrannt bzw. eingeschmolzen. Also ein Vorgang der zumindest ähnlich in Duisburg stattfinden soll, wenn man nach den Unterlagen geht.
Bilanz in Frankreich waren ein Toter und vier Verletzte. Vom dortige Betreiber wurde das Ereignis als Industrieunfall angesehen.
Auch in Duisburg wäre eine Gasexplosion möglich. Auf veröffentlichten Plänen sind Gasflaschenlager im Außenbereich sichtbar. Es ist unklar wie eine Gasexplosion verhindert wird.

Nach einer UVPG wurden durch die zustände Bezirksregierung in Düsseldorf nachfolgende Szenarien geprüft:

– Stromausfall:
Angeblich soll dies zu keinen Problemen führen, weil sofort alle Behälter geschlossen wurden. Ohne Strom ist es allerdings nicht möglich dies auch gesichert zu prüfen.

– Erdbeben:
Obwohl es auch in Duisburg schon Erdbeben gegeben hat und sogar stärkere möglich wären, sieht die Bezirksregierung Duisburg nicht als Erdbebengebiet. Angewendet wird hier die DIN EN 1998-1:2010-12, welche Duisburg als Erdbebengebiet 0 einstuft. Diese Anforderungen erfüllen die GNS-Gebäude. Die Wiederkehrperiode beträgt dabei 475 Jahre, wie Fukushima gezeigt hat, hält sich die Natur nicht immer an Sicherheitsvorgaben und Expertenmeinungen.

– Überflutung:
Die Bezirksregierung geht hier einfach davon aus, dass der Wasserspiegel des Rheins nicht höher steigen wird als in der Vergangenheit. Die ebenfalls berücksichtigte Löschwasserrückhaltung dürfte zudem kaum für ein Hochwasser geeignet sein.

– Extremwetterlagen
Nach einer Prüfung soll Starkregen nicht zu einer messbaren Freisetzung führen.

– Brand
Nach dem Brandschutzkonzept soll ein Brand nicht zu einer größeren Strahlenexposition führen. Wobei mir auch eine kleinere schon zu viel wäre.

Unberücksichtig blieben scheinbar:
– Schneelast
Eine Schneelast kann bei Hallendächern zum Einsturz führen. So geschehen bei einer Eissporthalle in Bad Reichenhall. In den letzten Jahren scheint, es klimatische Schwankungen zu geben, welche auch starke Schneefälle in Duisburg wahrscheinlich werden lassen. Schneelast, wird von der Stadt Duisburg geprüft.

– Blitzschlag
Ein Blitzschlag in unmittelbarer Nähe kann technische Geräte durch den EMP stören bzw. zerstören. Sind die Geräte dafür nicht ausgelegt, wird ihre Funktion zumindest beeinträchtigt. Dies kann in insbesondere in Kombination mit anderen Ereignissen, zum Beispiel einem Brand durch den Blitzschlag, zum Versagen der Sicherheitseinrichtungen führen.

– Unfall beim An- bzw. Abtransport
Bei jedem Transport kann es zu einem Unfall kommen. Insbesondere die unbeschrankten Bahnübergängen stellen hier einen erheblichen Gefahrenpunkt da. Da Transporte nicht angekündigt werden, besteht immer die Gefahr, dass die Feuerwehr nicht vorbereitet ist.

Eine signifikante Sicherheits- bzw. Evakuierungszone ist nicht vorhanden, da das Werksgelände fast direkt an Wohnbebauung grenzt.

Ältere Teile:
GNS Teil 1. – Was ist die GNS und was macht sie
GNS Teil 2. – Historische Entwicklung

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