Leserbrief zur Max Planck Forschung 4.2012

Gentechnik ist ein Reizthema, so auch in diesem Heft ab Seite 12 unter dem Titel „Kulturkampf um die Gentechnik“ (PDF).

Ich fand den Artikel überaus einseitig und nahm mir die Zeit für nachfolgenden Brief:

Guten Tag,

ich habe mir den Artikel sorgfältig durchgelesen. Ja die Diskussion über Gentechnik muss wirklich geführt werden, aber nicht mit derartig schon fast politischen Formulierungen und Verharmlosungen. Argumente werden leider nur am Rande gebracht.

Zum Beispiel wurde zu Beginn massiver Herbizid-Einsatz erwähnt im weiteren Text fiel dieser Punkt aber weitestgehend unter den Tisch. Nicht mit einem Wort wurde Monsanto erwähnt, wo es Pflanzen gibt, die für bestimmte Gifte nicht anfällig sind, was die Verwendung größeren Mengen vereinfacht.

Im Text wird weiterhin ausgesagt, dass Gene nicht giftig seien. Das mag vielleicht noch richtig sein. Ich habe mir die Gefahrstoffhinweise für einzelne Basenpaare nicht angesehen. Allerdings lässt diese Aussage außer acht, dass mit Genen durchaus Gifte bzw. die „Organe“ zur Produktion codiert sein können.

Und natürlich gibt es auch Gentransfers zwischen Arten, wobei da schon eine gewisse Verwandtschaft vorhanden sein muss. Auf natürlichem Wege, würden jedenfalls keine Schafe entstehen die im dunklen leuchten.

Hat es wirklich noch keinen gentechnischen Unfall gegeben? Wie möchte man dies denn feststellen? Werden bei Mitarbeitern regelmäßig alle Gene überprüft? Kein richtiger Naturwissenschaftler kann etwas generell ausschließen. Mehrfach wird ein Unfall erwähnt ohne überhaupt zu sagen, wie so ein gentechnischer Unfall aussehen soll.

Der Hinweis auf gefährliche Viren und Bakterien in der Natur vorhanden sind, negiert nicht die Gefahren, welche durch speziell mit bestimmten Eigenschaften ausgestattete Viren und Bakterien. Sie können theoretisch möglicherweise auch natürlich entstehen, allerdings sind die Wahrscheinlichkeiten ohne gezielte Manipulation deutlich geringer.

Kleine Initiativen und Firmen würden auch ohne den „Streit“ um die Gentechnik es nicht leicht haben, weil vieles durch Patente abgesichert ist.

Nur, weil man auf anderen Weg herbizidresistente Pflanzen geschaffen hat, spricht das nicht gegen Gentechnik, sondern für eine fehlende Regulation.

Medikamente mit Essen zu vergleichen halte ich für unzulässig, da Medikamente strenge Prüfungen durchlaufen, während dies für veränderte Nahrung nicht der Fall ist.

Für eine ehrliche Diskussion bin ich zu haben, aber nicht so eine einseitige Meinungsmache, die sich den üblichen politischen Tricks bedient. Genau durch solche Einseitigkeiten werden Diskussionen häufig irrational. Wer ehrlich alle Vor- und Nachtteile aufzählt, hat da eine wesentlich bessere Chance etwas zu bewirken.

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