Facebook, ein kleiner Selbstversuch

Aufgrund des Wahlkampfes haben mir einige nahe gelegt mich doch endlich mal bei Facebook anzumelden. Bisher war ich Facebook-Verweigerer aber da ich bei einigen anderen Netzwerken bin dachte ich mir es mal zu versuchen. Kann ja schon nicht so schlimm sein dachte ich als optimistischer Realist.

So startete ich also meine Selbstversuch-Facebook.

Das erste was mir bei der Anmeldung auffällt ist, dass das Geschlecht auf Männlich und Weiblich eingeschränkt ist. Da diese Angabe Pflicht ist können Menschen, die weder dem einen noch dem anderen Geschlecht angehören, hier richtig antworten. Finde ich schon mal diskriminierend.

Es wird nicht eindeutig angezeigt, dass alle Angaben Pflicht sind und so dauerte es schon mal eine Weile mit der Anmeldung.

Auch das richtige Geburtsdatum ist Pflicht. Der Grund ist natürlich nur am Rande der Altersschutz. Viel wichtiger ist dagegen, die Tatsache, dass Werbung auf Altersgruppen zugeschnitten wird und so FB natürlich mehr verdienen kann. Besonders die Kombination aus Alter und Geschlecht verrät rein statistisch schon mal viel über eine Person.

Als ich dann endlich drin bin stelle ich fest, wie viele Personen einem vorgeschlagen werden, die man kennen könnte. Es ist waren sogar einige dabei, welche ich kannte. Da die Zuordnung nur über die Email erfolgen konnte ist ziemlich wahrscheinlich, dass diese Personen Facebook Zugang zu ihrem Emailkonto/-konten erlaubt haben. Wäre sicherlich Interessant hier einen Versuch mit einer Emailadresse zu machen, die keiner kennt. Wobei natürlich auch eine Suche im Internet zu einigen der Personen geführt haben könnte indem man einen Abgleich zwischen Interessen der Suchtreffer und der Personen vor nimmt.

Internetseiten die Zugang zum Emailaccount wollen sind mir generell Suspekt. Angeblich ja nur, um einen besseren Service zu bieten. Ich würde aber vermuten, dass auch der Inhalt der Mails gescannt wird, um bessere Daten für Werbung zu haben.
Da wird einem klar, wie unvorsichtig einige mit den Daten anderer sind, denn eigentlich müssten sie diese Daten besser hüten. Beruhigend fand ich aber, dass ich den überwiegenden Teil nicht kannte. Facebook die Datenkrake weiß also nicht so viel.

Ich schätze mit jedem Freund/Kontakt kommen weitere dabei, die man kennen könnte und die Durchleuchtung wird immer stärker gesteigert. Genauso bei Angabe von Interessen und anderer persönlicher Daten.

Was mich extrem störte war, dass ich nach einer kurzen Zeit plötzlich ausgeloggt wurde und beim Einloggen die Zwangsangabe einer einer Telefonnummer verlangt wurde. Ich weiß nicht, ob das Löschen des Profils in diesem Zustand überhaupt möglich gewesen wäre. Sprich, bevor man Mitglied wird sollte man sich im klaren sein, dass Facebook eine Telefonnummer verlangt. Umgehen kann man das meines Wissens nicht, also wer keine Handynummer angeben möchte sollte Facebook nicht in Betracht ziehen. Gibt eh bessere Netzwerke die keine Daten kosten.

Angeblich ist die Nummer notwendig, um sicher zu stellen, dass man existiert und nur einen Account hat.
Ist aber auch so schwer mehrere Handynummer zu kaufen. ;-)
In Wirklichkeit dürfte m.M. Facebook an mehr Informationen interessiert sein. Vielleicht für den Verkauf von Handynummern oder um die Nummern im Netzwerk abgleichen zu können. Man erfährt viel über eine Person, wenn man deren Freund betrachtet.

Glücklicherweise hatte ich eine Handynummer, wo der Vertrag bald endet, die konnte ich prima nutzen. Eine neue Nummer werde ich bei Verlangen nicht angeben, sondern die Löschung fordern und sehen, wie dies läuft. Nach meinen Erfahrungen mit der Kontaktierung von Facebook vor einiger Zeit
vermute ich, dass das nicht einfach werden dürfte.

Besonders nervig ist die ständige Aufforderung, das Passwort zum eigenen Mailaccount einzugeben. Da ist FB ziemlich penetrant. Naja die hoffen wohl darauf einen richtigen Datenschatz zu heben. Angeblich wie bereits nur um Mailadressen abzugleichen. Wer es glaubt ist ziemlich Naiv.
Eine Funktion zum Ausblenden dieser Anzeige habe ich nicht gefunden. wenn es sie überhaupt geben sollte.

Die Überflutung mit nervigen Mails durch Facebook lässt sich aber glücklicherweise reduzieren. Man kann genau steuern, worüber man benachrichtigt werden möchte. In den Standardeinstellungen wird man allerdings über alles benachrichtigt.

Es gibt zwar einen gefällt mir Button aber keinen gefällt mir nicht Button. Was ich sehr schade finde. Vielleicht liegt es an der amerikanischen Mentalität alles positive hervor zu heben.

Ebenso konnte ich noch nichts finden, um die Freundes-Vorschläge aus der Liste zu kicken. Schließlich will man nicht immer wieder Personen angezeigt bekommen, die man eh niemals adden würde.

Ich werde den Versuch dann wahrscheinlich in nicht all zu ferner Zukunft mit dem löschen meines Profils beenden und dann natürlich ebenfalls darüber berichten.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines, Privatsphäre, Verbraucherschutz abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Responses to Facebook, ein kleiner Selbstversuch

  1. ex-fbler sagt:

    Interessant ist auch: Löscht man sein Profil und wartet die besagten 14 Tage ohne sich einzuloggen scheinen wohl noch Daten vorhanden zu sein…

    Neuer Account von fremden PC, mit anderer IP, anderem Namen, Geburtsdatum, Stadt etc. ergeben nach Eingabe der Telefonnummer die alten Freunde als Kontaktvorschlag.

    Die alten Daten scheinen also nicht so wirklich „restlos“ gelöscht zu sein…

  2. Pingback: Facebook die Zweite | ulrics

Hinterlasse eine Antwort zu ex-fbler Antwort abbrechen