Bekanntlich fahren durch die Jägerstraße sehr viele LKW, welche von der Autobahn zum Logport abkürzen. Die Jägerstraße wird nun für die Sanierung gesperrt und die Stadt hat im Januar eine Umleitung der BV Rheinhausen vorgelegt, welche von der Schilderfirma VTRipkens geplant wurde, die nach meiner Beobachtung für sehr viele schlechte Baustelleneinrichtungen mitverantwortlich ist. Erst einmal stellt sich die Frage warum überhaupt eine Umleitung für die Hauptstraße, die allerdings nur bedingt für Duchgangsverkehr geeignet ist. Die laut Plan ausgeschilderte Umleitung führt durch Rumeln, statt über die Moerser Str., Friedrich-Ebert-Str. und Krefelder Str. was deutlich kürzer wäre. Der Grund dürfte dafür wohl der LKW-Verkehr von und zum Logport sein, den man auch heute schon problemlos hätte aussperren können.
Die Unterlagen sind hier zu finden. Es ist absehbar, dass dies die Anwohner an der Cölve sehr freuen dürfte, wenn die ganzen LKW nun dort lang donnern. Aber wahrscheinlicher werden die über die Moerser fahren, eventuell auch Flutweg oder die eigentlich vorgesehene Strecke der L473N. Sprich für LKW zum Logport besteht schon eine vorgesehene Route, für die es keine Umleitung braucht. Vielmehr ist das eine Schleichroute.
Die Umleitung für den Radverkehr zeigt auch wenig Kenntnisse von den Bedürfnissen von Radverkehr. Alle die sich etwas auskennen, dürften wohl am Töpper langfahren und das auch heute schon, weil es an der Jägerstraße durch die vielen LKW recht gefährlich ist, was ja ein Grund für ein Durchfahrverbot wäre, was die Stadt Duisburg aber aus rein politischen Gründen nicht will.
In der Niederschrift der BV Rheinhausen (Ebenfalls Link oben) findet sich eine sehr ausführliche Diskussion zum Thema Umleitung und LKW. SPD äußerte sich hier doch sehr klar für eine Sperrung von Flutweg und es wurden deutliche Zweifel an der geplanten Umleitung laut. Die CDU dagegen will die Friedrich-Ebert-Straße wieder für LKW-Verkehr freizugeben.
Zur Sperrung meint das zuständige Amt (ich nenne es manchmal Stadtverwicklung und Chaos):
„Zu dem angeregten LKW-Verbot auf dem Flutweg gab er zu bedenken, dass Verbote durch andere Dienste überwacht werden müssen. Dies könne nur durch die Polizei geschehen, welche sich bekanntermaßen immer mehr aus den Tätigkeiten der Verkehrsüberwachung zurückziehen wolle. Er sehe ein solches Verbot daher kritisch.“
Also weil man es nicht überwachen könne, sieht man ein Verbot kritisch? Und die Polizei kommt ihren Aufgaben nicht mehr nach?
Wenigstens gab es eine klare Absage an die Freigabe der Friedrich-Ebert-Str.
Das ganz soll mind. 2,5 Jahre dauern, wie man städtische Projekte kennt, könnte es auch deutlich mehr werden.
Von den Grünen gab es dir Frage, ob man LKW nicht viel früher Umleiten könne, scheinbar wusste der nichts von L473N, die ja extra für die LKW gebaut wurde und schon heute den Verkehr aufnehmen könnte. Ein Sperrung für LKW-Durchgangsverkehr wäre sowohl für die Jägerstr. wie auch den Flutweg problemlos zu begründen, wenn man denn wollte. Die L473N wurde sogar von der SPD angesprochen aber verkannt, dass dies eigentlich auch heute schon die offizielle Route ist.
Mit:
„Herr Höffken – Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement – wies zunächst darauf hin, dass er als Verwaltung keinen Zugriff auf die Polizei habe. Er könne sich aber vorstellen, dass die Polizei nicht begeistert sei, wenn ein LKW-Fahrverbot auf dem Flutweg eingerichtet würde und dieses Verbot ganztägig überwacht werden müsse.“
spricht sich die Stadt Duisburg klar und deutlich gegen Verkehrssicherheit für Schulkinder aus.
Weiter meint er:
„Zu den Ziel- und Quellverkehren könne er wenig sagen. Man befinde sich aber in einem stark urbanen Gebiet, so dass es viele Möbel- und Warenlieferungen gebe.“
Dabei muss man sich nur mal hinstellen um die LKW anzugucken und zu wissen, dass ein Großteil zum Logport in Rheinhausen geht. Greiwing hat sogar ganz klar gesagt, dass die da lang fahren, weil es der kürzeste legale Weg ist. Wenn man die Firmen anschauen dürfte mind. 95 % Durchgangsverkehr zum Logport oder anderen Logistikfirmen sein und keine Lieferung zu Privatpersonen. Warenlieferungen werden überwiegend nicht mit KFZ über 7,5 t erfolgen und die wenigen Möbellieferung sind dafür definitiv nicht verantwortlich. Man kann klar ermitteln woher der Verkehr kommt und wohin dieser geht, wenn man dies denn wollen würde. Aber scheinbar will man Duisport nicht verärgern und quält lieber die Bevölkerung.
Dem Protokoll nach hat man eine Sondersitzung für den 10.02.2026 beschlossen, allerdings finde ich diese nicht im Ratsinformationssystem. Dort findet sich die nächste Sitzung der BV erst wieder im März.
Schön ist zwar, dass man fast allen den deutlichen Unmut über LKW-Verkehr anmerken konnte, schade ist, dass die wenigsten ausreichend Ahnung haben oder nicht Willens sind, den Unsinn, welchen die Verwaltung von sich gibt auch mal klar so zu benennen.
