Am vergangenen Freitag war ich im Bereich der Coelve-Brücke unterwegs und sah wie ein Radfahrer den Berg hoch fuhr. Da schon einigen Autos nahten, hielt ich an und wollte mal schauen, ob man die Verkehrsregeln einhalten würde. Im Beobachtungszeitraum wurde mit zwei KFZ der Radfahrer überholt. Die erste Überholung fand mit deutlicher Unterschreitung des Mindestabstandes statt. Die zweite Überholung sah mir nach ausreichendem Abstand aus, die Sperrfläche wurde dabei aber überschritten. Sprich 100 % der Autofahrenden im Beobachtungszeitraum verstießen gegen die Verkehrsregeln beim Überholen von Radfahrenden.
Bekanntlich liegt der absolute Mindestabstand bei 1,5 m Innerorts, allerdings sagt die Rechtsprechung, dass bei Fahrten bergauf sich der Mindestabstand auf 2 m erhöht. Was ja auch logisch ist, da Radfahrende mehr pendeln.
Der Schmutzstreifen, den die Stadt Duisburg hier markiert hat, führt bei Autofahrenden zu dem Fehlschluss, dass man einfach so überholen dürfte und da die Polizei Duisburg nicht kontrolliert und sanktioniert, gibt es auch keine Aufklärung über das richtige Verhalten.
Ich könnte dies natürlich Anzeigen, aber meine Erfahrungen mit der Polizei Duisburg sind extrem schlecht, dass ich das als reine Zeitverschwendung betrachte. Bestenfalls passiert gar nicht, schlimmstenfalls bekommt man ein Schreiben, das wie ein Drohschreiben klingt. Meistens wird es wohl nur an die Staatsanwaltschaft weitergereicht, statt ein Bußgeld zu verhängen.
Die Rechtsdurchsetzung in Duisburg ist mangelhaft, obwohl es an dieser Stelle ein Leichtes wäre da sofort erkennbar ist, ob verstoßen wurde oder nicht. Bei den klaren Fällen ein Bußgeld, bei den anderen ein Gespräch über Verkehrsregeln. So ginge das. Man müsste sich halt nur in Zivil dort hinstellen und dokumentieren, während auf der anderen Seiten jemand in Uniform und mit Kelle wartet.
Aber Verkehrssicherheit steht in Duisburg nicht hoch im Kurs. Lieber behindert und gefährdet man Rad- und Fußverkehr, als für Recht und Gesetz einzustehen.
