London wird immer als positives Beispiel der Verkehrswende genannt. Neben Paris, wo ich im letzten Jahr war. Natürlich bietet es sich an die Stadt zu Fuß zu erkunden, sodass hier erst einmal die Perspektive Fußverkehr dargestellt wird.
Wenn man mit der Bahn anreist und das restliche Stück zum Hotel zu Fuß geht, fallen einem als Erstes die Bettelampeln auf.

An wirklich jeder Ampel sind diese Druckknöpfe dran. Keine Ahnung ob die auch auf Grün umspringen ohne, dass man den Knopf drücken muss. Dies zeigt aber schon einmal deutlich, dass Fahrzeuge in London eine höhere Priorität zu haben scheinen. Die Bettelampeln in London sind sogar schlimmer, als die in Deutschland, weil man in einen Knopf drücken muss und nicht einfach nur eine Berührung reicht. Die Wartezeit schien mir an vielen Ampeln sehr lange und da war ich nicht der Einzige. Sehr viele, vermutlich vielfach auch Einheimische, haben geguckt und sind dann bei Rot über die Ampel gegangen.
Fußverkehr wird in London offensichtlich nicht sonderlich gut behandelt. Untermauert wird dies durch Hetzampeln, welche einen Countdown einblenden, bevor die Ampel rot wird. Bei einigen Ampeln war die Grünphase sehr lange, bei anderen startete nach wenigen Sekunden der Countdown. Ein Countdown, wie lange die Rotphase noch dauert, gab es nicht.

Für Rad- und KFZ-Verkehr gab es m. W. keinen Countdown. Das heißt man will offensichtlich den Fußverkehr zur Eile anregen und lässt diesen vorher viel zu lange Warten. Es würde mich nicht wundern, wenn es hierdurch immer wieder Verletzte und Tote gäbe. Es ist also Quatsch, wenn man in London die große Verkehrswende sehen will.
Natürlich gibt es auch Überwege ohne Ampeln, etwa Zebrastreifen oder Mittelinseln, die etwas angenehmer sind.

Bei Baustellen sieht es ähnlich aus, wie in Deutschland. Die Gehwege werden erheblich eingeengt. Zu eng, wenn man deutsche Regeln anwenden würde. Keine Ahnung, wie die Regeln in Großbritannien/London sind, hätte dort mit mehr Rücksicht auf Menschen mit Behinderung, insbesondere Rollstuhl erwartet.

Wohl den vielen Touristen mit anderem PKW-Verkehr geschuldet, stehen an vielen Straßen ein Hinweis, wohin man gucken soll wegen KFZ.

Es gibt einige temporäre bzw. durchgehende Fußverkehrszonen, etwa bei Covent Garden oder in Soho.

Im Vergleich zu Duisburg waren es nur wenige Fälle von Falschparken, wobei ich das natürlich nach deutschem Recht bewertet habe. Wie das in London gesehen wird, weiß ich nicht. Auch Radfahrende und Ihscooter auf Gehwegen gab es, wobei ich auch hier die Rechtslage nicht kenne. Zum Radverkehr ein andermal mehr.
Einige Gehwege waren schön breit, aber andere viel zu schmal und oft gab es auch Hindernisse auf dem Gehweg, wie Bäume oder Aufsteller oder ähnliches von Geschäften. Beim British Museum war eine sehr lange Schlange am Haupteingang, sodass kein Platz für Fußverkehr blieb. Das ist eher suboptimal.
Auch die niederländische Stadt IUtrecht hat festgestellt, zu wenig für den Fußverkehr getan zu haben und bessern jetzt nach und die deutsche Stadt Tübingen macht es gleich richtig.