Die Chemieindustrie verbraucht extrem viel Wasser. In einem Artikel brüstete man sich damit, das ein Großteil (80-90 %) wieder eingeleitet würde. Klingt ja erst einmal sehr toll, ist es aber nicht.
Das Wasser wird aus Flüssen entnommen oder aus dem Boden (Grundwasser). Das heißt dem Boden wird Wasser entnommen, was lange Zeit braucht um wieder zu regenerieren, denn die Chemieindustrie nimmt natürlich kein Wasser mit Altlasten und bereitet dies auf, sondern nimmt Wasser aus den tieferen Grundwasserschichten. Oder stromaufwärts der Kontamination, wie sie quasi für alle älteren Industrieanlagen in Deutschland vorhanden sein dürften.
Dieses Wasser wird dann aufbereitet und entweder zur Kühlung genutzt oder für chemische Prozesse. Theoretisch sollte man annehmen, dass das Wasser im Kreislauf geführt werden könnte, dies wird aber nicht praktiziert. Denn es ist günstiger frisches Wasser zu nehmen und das kontaminierte Wasser in einen Fluss zu entsorgen. Der Trick ist dabei, dass man die Grenzwerte zwar einhält aber trotzdem Schadstoffe in Flüsse entsorgt. In Summe ergibt sich hier natürlich schon eine schädliche Gewässerveränderung, aber halt eine legale.
Im Grunde wird also nur viel Wasserverbrauch, weil Wasser zu billig ist und man so schädliche Stoffe günstiger entsorgen kann. Dabei wäre durchaus eine Kreislaufführung möglich, wenn man das Wasser aufbereitet.
Da wir mit zunehmenden Dürren rechnen müssen, ist es nicht tragbar, dass die Industrie Wasser als billige Entsorgungsmöglichkeit betrachtet.