#Digitalisierung: Onlineausweis nicht mit Linux – #Bürokratie #Monopol #Windoof

Wenn man wissen will warum die Digitalisierung in Deutschland nicht klappt, muss man nur mal probieren, den Onlineausweis zu nutzen.

Erst einmal muss man den Personalausweis mit einer PIN versehen und dafür extra zum Amt gehen. Das geht ja noch, aber wenn man sich dann für die BUND-ID registrieren will findet man auf der Seite ein kompliziertes Verfahren, wo man sich fragt, was man sich dabei gedacht hat.

Erst einmal kann man nicht über die Internetseite arbeiten, sondern muss extra ein Programm installieren. Allerdings gibt es da Programm nur für Windows, Apple und Android. Zumindest offiziell:
„Der Bund stellt aktuell leider keine offiziell unterstützte Version der AusweisApp für Linux bereit. Diese Entscheidung wurde auf Grundlage der geringen Marktverbreitung von Linux und der zusätzlich starken Fragmentierung der Linux-Distributionen getroffen.“

Aha man will also lieber das Monopol der Techkonzerne unterstützen, statt die Digitalisierung voranzubringen. Wie weit ist Apple denn im Vergleich zu Linux verbreitet? Linux soll in Deutschland einen Anteil von inzwischen über 5 % haben und Mac-Rechner sollen nach einer Befragung 7 % von 6000 Befragten haben.

Natürlich gibt es einen Weg, aber das reicht nicht, wenn man den Onlineausweis auf dem Rechner benutzen will, kann man nicht einfach dort die App und das vorhandene Kartenlesegerät nutzen, nein man muss extra externe Hardware besorgen, denn auf der Seite wird mehrfach betont, dass man nur entweder das Handy oder ein USB-Kartenleser benutzen muss. Warum kann man nicht auch den eingebauten Kartenleser nutzen? Laptops haben das heute als Standard.

Man könnte fast meinen, hier sollte der Absatz von Kartenlesern gefördert und die Nutzung möglichst umständlich gestaltet werden, um potentielle Nutzende zu verschrecken. Ist natürlich klar, dass dies in einigen Fällen auch wirkt.

Zumal USB-Kartenleser und Rechner nicht reichen, man muss das aus unerfindlichen Gründen auch noch mit dem Handy koppeln. Man könnte natürlich auch das Handy als Kartenleser nutzen, wenn das Handy denn die notwendigen Fähigkeiten hätte und man den Ausweis vom Handy lesen lassen will.

Das wäre so ein Fall von unnötiger Bürokratie mit einem sehr umständlichen Verfahren, was vermutlich bei gleicher Sicherheit auch deutlich einfacher ginge, wenn die Verantwortlichen Ahnung von IT hätten. Frage mich, wie viele von denen, die sich für den Weg entschieden haben, auch das Produkt nutzen.

Jedenfalls kann man die Mehrheit nicht für etwas begeistern, wenn man dafür quasi einen Dr. der IT braucht.

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