Ich hatte vor kurzem das Verkehrskonzept für die Lack und Chrom im September diesen Jahres angefragt und auch recht schnell eine Antwort erhalten.
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass man nur dem Radverkehr die Durchfahrt verbietet. In dem Bescheid soll stehen:
„Die Zusätze „Radfahrer frei“ in den Beschilderungstafeln der Fußgängerzone der Königstraße sind daher vor Veranstaltungsbeginn durchzukreuzen und somit unwirksam zu machen.
Hierfür ist entsprechendes Signalklebeband zu verwenden, welches rückstandsfrei und ohne Schäden an der Trägerfolie zu verursachen, unmittelbar nach Veranstaltungsende wieder zu entfernen ist.“
Allerdings bleiben etliche anderen Punkte scheinbar ungeregelt.
Da wären natürlich erst einmal der Lieferverkehr, der eingeschränkt werden muss. Denn wenn Radverkehr nicht möglich ist, dann ist dies Lieferverkehr mit KFZ erst recht nicht. Hier muss nur jemand unglücklich aufkommen und schon liegt man vor dem KFZ, welches selbst bei Schrittgeschwindigkeit je nach Situation nicht mehr rechtzeitig gestoppt werden kann. Den Lieferverkehr müsste man aus meiner Sicht für genau den gleichen Zeitraum, wie den Radverkehr unterbinden. Zudem dürften auch keine Polizei und keine Ordnungsamt dort mit dem KFZ verkehren.
Die Durchfahrt für den Radverkehr wird einfach gesperrt. Und das obwohl dieser eh nur Schrittgeschwindigkeit fahren darf. Zudem ist der Punkt Veranstaltungsbeginn und Veranstaltungsende zu unspezifisch. Denn damit könnte sowohl der Gesamtzeitraum, wie auch der Zeitraum an jedem Tag gemeint sein, wo Aktivitäten stattfinden. Davor und danach sind Sperrungen für Radverkehr, weder sinnvoll noch notwendig. Denn welcher nennenswerte Fußverkehr findet dort um 1 Uhr Nachts statt? Demnach müsste das am Morgen angebracht werden, bevor die Veranstaltung startet und am Nachmittag/Abend wieder entfernt werden. Wobei sich ohnehin die Frage stellt, ob pauschale Verbote, wie im Sonnenwall gerechtfertigt sind.
Und was natürlich fehlt ist, wie Radfahrende ansonsten fahren sollen, es gibt zwar parallel Straßen, die allerdings deutlich weniger Entspannt und zudem mitunter erhebliche Umwege sind.
Mir stellt sich auch die Frage, wie die ganzen KFZ überhaupt in die Fußgehzone gelangen sollen. Auch dafür bräuchte es eigentlich ein Konzept, das weder Rad- noch Fußverkehr beeinträchtigt.
Mal ganz abgesehen von der Frage, ob eine klimaschädliche Veranstaltung, wie diese überhaupt durchgeführt werden sollte.
== Update ==
Scheinbar schränkt man auch die Lieferzeiten ein, auf 6-10:30, was allerdings nicht erklärt, warum Radverkehr vollständig gesperrt wird bzw. unklar bleibt in welchem Zeitraum Radverkehr verboten ist. Denn es wäre durchaus möglich Radverkehr in der Nacht weiterhin zuzulassen, was aber auch beim Weihnachtsmarkt m. W. nicht passierte.